GBS

Lena97 @, Dienstag, 22. Oktober 2019, 00:17 (vor 22 Tagen) @ deeka84

Hallo,

ich heiße Lena. Seit heute haben wir die Diagnose: mein Freund ist an GBS erkrankt.
Er ist gerade einmal 23 Jahre alt und wollte in einem halben Jahr seine Ausbildung
an der Polizeihochschule beginnen. Er ist schon immer ein lebensfroher, abenteuerlustiger
und fitter Mann gewesen. Wir haben zusammen viel Kraftsport gemacht. Er hat sehr viel
Wert auf seine körperliche Fitness gelegt und gesund gelebt. Und jetzt von einem auf den
anderen Tag ist alles anders. Seine Arme und Beine sind gelähmt, er kann kaum noch so
sprechen, dass man ihn aufgrund des starken Nuschelns versteht, das Schlucken fällt ihm
aucj schwer und seine Sehkraft nimmt von Tag zu Tag ab. Er starrt nur noch ins Leere, sein
Blick ist starr. Er kann nicht alleine laufen, nicht alleine essen (er muss gefüttert werden)
und er braucht natürlich Hilfe beim Toilettengang oder beim Duschen. Von dem lebensfrohen
und sportlichen Mann, in den ich mich verliebt habe, ist nicht mehr viel übrig. Er ist schnell
frustriert, weil er bei allem Hilfe braucht, diese jedoch nicht annehmen will. Er reißt regelmäßig
Die Schläuche, an denen seine Überwachungsgeräte hängen weg, weil sie ihn stören. Er
macht vor Wut, dass er nicht sprechen oder laufen kann, Sachen kaputt. Und ich stehe - hilflos
und machtlos daneben - weil ich nichts für ihn tun kann, außer da zu sein.
Ich bin enttäuscht vom Krankenhaus, weil sie 3 Tage ab der Einlieferung tatenlos zugesehen
haben, wie sich dein Zustand verschlechtert hat. Sie haben ihm nicht die richtigen Medikamente
verabreicht, sondern nur eine Kochsalzlösung und Antibiotika, weil Immunglobuline laut Arzt
„so teuer“ seien. Die Aussage für mich ist unmenschlich und amoralisch! Wenn man eine
Therapiemöglichkeit hat, dann verwendet man sie auch und enthält dem Patienten kein lebens-
wichtiges Medikament vor. Auf jeden Fall wurde erst nach 3 Tagen, weil man erst dann die
Laborbefunde hatte (am Wochenende arbeitet das Labor nicht), mit der Immunglobulingabe begonnen.
Ich bin mit der Situation komplett überfordert und mache mir große Sorgen, wenn ich mir so
die ganzen Peognoseinhalte auf den einschlägigen Websites anschaue. Es wäre schön, vielleicht
jemanden zu finden, mit dem ich mich austauschen kann oder wenn ich Infos zu guten Fachärzten,
Rehamaßnahmen, möglichen Hilfeprogrammen bekommen könnte, einfach mit dem Ihnamchtsgefühl
nicht so alleine zu sein. Wäre schön, wenn sich jemand bei mir meldet.
Liebe Grüße
Lena


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