GBS mit 87!
Tine1978, Dienstag, 26. Januar 2010, 09:32 (vor 224 Tagen)
Hallo zusammen,
meine Oma ist am Wochenende ist Krankenhaus eingewiesen worden!
Diagnose GBS! Sie kann Arme und Beine nicht mehr bewegen und das
Sprechen fällt ihr sehr schwer. Sie ist sehr schwach! Wird aber noch nicht künstlich beatmet.
Wir sind alle sehr geschockt von dieser Diagnose. Dieses Krankheitsbild
war uns bis jetzt völlig unbekannt! Wir haben alle Angst um meine Oma
insbesondere mein Opa der völlig verzweifelt ist und sehr viel Angst um sie hat.
Vielleicht kann mir jemand hier im Forum Hoffnung machen. Bitte! Wenn ich hier
lese, dass der Krankheitsverlauf über Monate bzw. Jahre gehen kann wird es mir
ganz schlecht! Meine Oma ist im Kopf noch recht fit, aber sie hat schon seit Jahren
Gleichgewichtsstörungen. Ich habe jedenfalls jetzt total Angst das sie vielleicht zu
einem Pflegefall wird, weil sie körperlich einfach nicht mehr fit genug ist diese
Krankheit zu überwinden bzw. zu meistern!
Wer kann mir weiter helfen?
Vielen Dank!
Tine (31)
GBS mit 87!
Jana, Dienstag, 26. Januar 2010, 21:36 (vor 223 Tagen) @ Tine1978
Hey Tine,
Das allerallerwichtigste: Sie darf nicht den Mut verlieren zu kämpfen! Und das heißt ihr dürft den Mut nicht verlieren!! GBS ist eine Krankheit mit tausend Gesichtern. Man kann nie sagen wie genau sie verlaufen wird, eben weil es bei manchen nur ein paar Wochen oder auch Jahre dauert (bei meiner Mom dauerte es 2 Jahre bis zur fast kompletten Genesung)
Ihr könnt aber trotzdem, meine Meinung, viel zur Genesung beitragen indem ihr euch eingehend mit deiner Oma beschäftigt. Bewegt trotz lähmung ihre Arme und Beine, damit die Gelenke nicht steif werden und sie in bewegung bleiben. Wenn es möglich ist packt sie in den Rollstuhl und fahrt mit ihr aus dem Zimmer raus, damit sie auch weiterhin am Leben teilhaben kann.
Sie muss selbst den Willen haben so schnell wie möglich wieder am Leben teilhaben zu wollen.
Meine Mom hat einmal richtig krass den Mut verloren, keine lust mehr irgendwas zu machen und einfach resigniert. Und promt: ein rückschlag wieder hin zur totalen Lähmung.
Also so schwer es auch für euch Angehörige ist, ich kann es wirklich gut nachemfinden, tut alles um sie weiterhin am Leben teilhaben zu lassen. Was auch für den Patienten eine große Hilfe ist, wenn zum Beispiel das abendliche Waschen und so weiter von den Angehörigen übernommen wird und nicht von den Pflegern!
Ich drück euch die Daumen das es eurer Oma bald wieder besser geht und ihr viel Kraft habt eure Oma so gut es geht zu unterstützen! Wenn du noch fragen hast meld dich doch einfach (Jana.Schiener@arcor.de)
Lg Jana
GBS mit 87!
kurt
, Mittwoch, 27. Januar 2010, 14:13 (vor 222 Tagen) @ Tine1978
Hallo Tine,
natürlich ist eine solche Erkrankung ein Schock.
Andererseits, wenn Oma 87 ist dann wurde sie etwa 1923 geboren und hat damit im Leben wahrscheinlich schon viel überstanden. Es ist wichtig sich die im Leben gemeisterten Situationen bewußt zu machen.
Das Krankenhaus sollte natürlich Routine haben mit der Behandlung der Krankheit, damit es nicht zu Komplikationen wegen Infektionen kommen kann.
Durch Reha und Therapien besteht die Möglichkeit, das sie die Fähigkeit entwickelt. Doch heißt es hierbei stetig und geduldig an sich zu arbeiten was oft sehr schwer ist.
Opa sollte an der Genesung und Weiterentwicklung der Fähigkeiten von Oma Anteil nehmen. Dies könnte ihm Mut machen.
Ich selbst bin mit 62 (5 Tage Koma, 5 Wochen künstlich beatmet) erkrankt, erkenne aber trotzdem den Vorteil des fortgeschrittenen Alters bei einer so schweren Erkrankung, weil die Angst geringer ist, sein ganzes Leben behindert meistern zu müssen.
Ich der Beschreibung meines Krankheitsverlaufes stellte ich dies so dar:
„Den wiederholt aufkommenden Gedanken „warum es gerade mich trifft“ drehe ich dann um in „warum sollte es mich nicht treffen, schließlich habe ich bisher über 60 Jahre in Frieden und ohne Katastrophen gelebt. – Erwarte ich wirklich, daß ich von allem Schrecklichen verschont bleibe?“. Trotzdem ängstigt mich der Gedanke an mein weiteres Leben in Hilflosigkeit und meine ganze Hoffnung auf eine Besserung beziehe ich daraus, das ich bisher meine Bewegungen zentimeterweise steigern konnte“. – Dies half mir durchzuhalten.
Gute Besserung für Oma und Kraft für Opa und Euch dies durchzustehen.
Kurt
GBS mit 87!
Blumenkohl, Donnerstag, 28. Januar 2010, 12:32 (vor 221 Tagen) @ Tine1978
Da haben Sie Glück gehabt, dass die Ärzte so schnell GBS diagnostiziert haben und das noch dazu bei einer 87-jährigen Patientin. Wir hatten leider nicht dieses Glück. Bei unserer Mutter (zwar über 80 aber noch keine 85) war nach den letzten beiden Grippeimpfungen jeweils wegen Sturz mit Verletzung eine Krankenhauseinweisung notwendig und obwohl bereits beim ersten Aufenthalt nach einer notwendigen Operation wegen Knochenbrüchen Symptome aufgetreten sind, welche für ein GBS gesprochen hätten (wie ich inzwischen gelesen habe), hat man diese Möglichkeit überhaupt nicht untersucht und deshalb wurde im nächsten Jahr einfach wieder die Grippeimpfung verabreicht. Alle neuen Beschwerden wurden einfach mit neuen Tabletten, Spritzen, Zäpfchen usw. "behandelt", ohne genauere Untersuchungen und ohne Beachtung der Neben-/Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente. Als Ursache nannte man uns jeweils nur das Alter, ein Oberarzt meinte sogar, weil ihm m.E. die "Sache über den Kopf gewachsen ist" oder ihn alte Leute mehr oder weniger ohnehin nicht interessieren, ob man sie - unsere Mutter - (starke Atembeschwerden mit Beatmung auf der Intensivstation) nicht der Natur überlassen sollte! Nach diesem schwerwiegenden Erlebnis habe ich mich, soweit dies für einen Laien möglich ist, mit Impfungen und Medikamenten und deren mögliche Nebenwirkungen befasst und gelesen, dass kaum ein VERDACHT auf Impfschaden gemeldet wird. Und nachdem der Zusammenhang von GBS und verschiedenen Impfungen (auch Grippeimpfung) oft beschrieben wird, würde ich an Ihrer Stelle auch den Impfstatus Ihrer Oma überprüfen und evtl. eine Meldung durch den Arzt veranlassen oder direkt selbst machen. Ich finde diese bußgeldbewehrte Meldepflicht ganz wichtig und ein Arzt muss sie machen, denn einfach einen Zusammenhang mit einer Impfung auszuschließen wäre doch etwas mutig. Herbst-/Winterzeit ist Grippeimpfezeit!
Ihrer Oma und Ihnen wünsche ich alles Gute.
GBS mit 87!
Jutta, Montag, 16. August 2010, 21:49 (vor 21 Tagen) @ Tine1978
Hallo!
Ich hoffe es geht deiner Oma inzwischen besser. Ich wollte euch einfach mal Mut machen, und hoffe ihr lest noch in diesem Forum.
Mein Vater ist 80 Jahre alt und vor drei Wochen an GBS erkrankt. Der Arzt hat gesagt das wäre nicht das Problem die Lähmung würden sie in den Griff bekommen und heilen, aber mein Vater hat nur eine kranke Niere und vier Bypässe,da läge das Problem. Wir sind 14 Tage durch die Hölle gegangen mit Beatmung, schweren Herzrythmusstörungen, Kreislaufkollaps und Ganzkörperlähmung. Mittlerweile staunen die Ärzte nur noch. Er kann schon wieder bis zu acht Stunden alleine atmen und Arm und Bein bewegen. Da deine Mutter jetzt im Moment so Hilflos ist, müsst ihr den starken Part übernehemen. Besucht sie jeden Tag im Krankenhaus (wenn möglich), zeigt ihr das ihr sie nicht aufgebt und mit ihr zusammen kämpft. Wir waren und sind auch jeden Tag im Krankenhaus und stellen fest das es meinem Vater hilft.
Ich wünsche euch viel Glück und Geduld.
Gruß Jutta
