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Wie konntet iht euch verständigen

Chilli, Dienstag, 01. Juni 2010, 20:43 (vor 96 Tagen)

hallo an alle,

meine mutter liegt nun schon mehr als zwölf wochen auf der intensivstation. sie wird ernährt, beatmet, kann die finger ein klein wenig bewegen. wir verständigen uns mit ihr mittels dem alphabet, das klappt schon ziemlich gut. heute fragte sie uns und die krankenschwester, wie sie sich verständlich machen kann, wenn wir nicht da sind. wir probierten, ob sie den alarmknopf drücken kann, aber es fehlt ihr ganz einfach die kraft. sie war sehr enttäuscht. meine mutter ist angewiesen, dass das pflegepersonal zu ihr kommt, um sie zu fragen, ob sie etwas braucht. leider dürfte das nicht immer der fall sein. ich verstehe die sorge meiner mutter, so hilflos zu sein, dass man nicht einmal selbst um hilfe bitten kann.

wie kann ich meiner mutter helfen, und wie habt ihr euch verständlich gemacht?

liebe grüße

chilli

Wie konntet iht euch verständigen

martin, Dienstag, 01. Juni 2010, 22:17 (vor 96 Tagen) @ Chilli

hallo chilli,

ich selber habe 8 wochen auf intensiv gelegen.
mein frau sagt ich habe mit der zuge geschnallst.
der logopäde hat es mit mir geübt.
die schwestern konnten es vom flur aus hören.
wenn du noch mehr wissen möchtes melde dich.

alles gute für euch

gruß martin

Wie konntet iht euch verständigen

Eckhard ⌂ @, Lohmen, Mittwoch, 02. Juni 2010, 08:38 (vor 96 Tagen) @ martin

Hallo Cilli,
es gab bei mir eine von zwei Möglichkeiten. Auf mein Kopfkissen wurde ein sensibler Alarmknopf befestigt (doppelt klebendes Band), der Knopf lage so nah an meiner Wange, dass ich ihn durch Drehen des Kopfes betätigen konnte. Panik bekam ich immer, wenn da etwas verrutschte oder er vergessen wurde. Es gibt aber auch auslösende Melder die per Luftstrom (in Mundhöhe gehängt)betätigt werden. Bei Martins Hinweis fällt mir aber auch noch eine weitere Möglichkeit ein. Viele Handys haben doch eine Spracherkennung zum Wählen. Man müsste also nur die Nummer des Schwesternzimmers mit dem möglichen Geräusch des Betroffenen kombinieren. Ob das klappt, könnte man probieren.;-) Mir gelang auch ein schnarrendes Geräusch, ich presste die Luft zwischen Zunge und Gaumen, das half aber nur innerhalb des Zimmers, um auf mich aufmerksam zu machen. Sich per Alphabet zu verständigen geht schneller per Buchstabentabelle. (Hier im Forum schon mehrmals beschrieben, eine solche Tabelle habe ich schon vielfach per Email verschickt, peek-us@online.de)
LG
Eckhard

Wie konntet iht euch verständigen

Chilli, Mittwoch, 02. Juni 2010, 19:21 (vor 95 Tagen) @ Eckhard

hallo eckhard,

vielen dank für deine ausführliche antwort. wir verständigen uns mit der tabelle, das funktioniert ganz gut.

liebe grüße chilli

Wie konntet iht euch verständigen

Chilli, Mittwoch, 02. Juni 2010, 19:31 (vor 95 Tagen) @ martin

hallo martin,

vielen dank für deine rasche antwort,wir werden das gleich testen.

liebe grüße

chilli

Wie konntet iht euch verständigen

marzie, Mittwoch, 02. Juni 2010, 08:40 (vor 96 Tagen) @ Chilli

Hallo Chilli,
Mir wurde erklärt, auf der Intensivstation gibt es keine Klingel, da man ja ständig maschinell überwacht wird. Aber der Tip "Zunge schnalzen" hört sich gut an. Deine Mama soll aber aufpssen, Schwestern können schnell genervt sein.

Da meine Kraft zum Drücken der Klingel auch später, nach der Intensivstation noch nicht ausreichte, bekam ich einen Gummiball (Klingel). Dieser wurde in die Kuhle zwischen Kopf und Schulter gelegt, so konne ich die Klingel auslösen.
Ich wünsche Deiner Mama alles Liebe. Sie braucht jetzt Deinen Mut und Deine Zuversicht. Jeden Tag geht es ein kleines Stück voran.
(siehe Eintrag vom Donnerstag, 27. Mai 2010, 10:27)
Liebe Grüße

Wie konntet iht euch verständigen

Chilli, Mittwoch, 02. Juni 2010, 19:27 (vor 95 Tagen) @ marzie

hallo marzie,

vielen dank für deine antwort. ich versuche meine mutter aufzubauen, aber momentan plagen sie trotz höchster dosis schmerzmittel ganz starke schmerzen.


liebe grüße

chilli

Wie konntet iht euch verständigen

kurt @, Freitag, 04. Juni 2010, 11:11 (vor 94 Tagen) @ Chilli

Hallo Chilli,
Verständlich gemacht habe ich mich auf der Intensivstation durch Zähneklappern. Funktionierte gut nur habe ich 2 Plomben dabei verloren. Auf Grund der intensiven Überwachung kam bei Problemen die Schwester aber immer überraschend schnell. Als ich mich auf eine Nachricht eines Besuchers erregte wurde dieser sofort vom Personal weggeschickt und als mein Arm aus dem Bett rutschte kam sofort die Schwester legte ihn zurück und deckte mich zu.
Zeitweise wurde bei mir an die Beatmungskanüle ein Sprachvorsatz angebracht. Ich konnte dann deutlich und laut reden und wurde auf der ganzen Station gehört.
Die Probleme mit meiner Unfähigkeit den Schwesternruf zu betätigen traten bei mir erst auf der Frührehastation auf.
Wenn ich damals die Schmerzen als unerträglich erlebte stellte ich mir vor wie wenig gravierende Schicksalsschläge ich in meinem Leben bisher ertragen mußte und das es jetzt mal mich erwischt hat. Es fiel mir dann etwas leichter die Situation zu erdulden.
Wird Deine Mutter physiotherapeutisch behandelt. Bewegungen reduzierten bei mir manchmal die Schmerzen und waren wichtig um den Muskelabbau möglichst gering zu halten. (siehe auch mein Kommentar vom 27. April zum Thema „Immoglubin hilft nicht“).
Deiner Mutter wünsche ich gute Besserung und vielleicht sind meine Kommentare eine kleine Hilfe.

Gruß Kurt