Meine Füße
Nele, Montag, 28. Juni 2010, 21:44 (vor 69 Tagen)
Hallo,
vielleicht kann mir jemand helfen. Ich bin vor 10 Jahren an GBS erkrankt, 3 Jahre Rollstuhl, 1 Jahr Rollator. Jetzt geht es mir eigentlich mehr oder weniger wieder gut. Auf jeden Fall kann ich ohne Hilfsmittel laufen, arbeiten und Autofahren. Was mir aber immer wieder zu schaffen macht, sind meine Füße! Besonders beim barfußlaufen (geht mehr recht als schlecht) und beim Tragen von harten Schuhen tun sie unheimlich weh. Kennt das jemand und eine eine Idee oder Erklärung?
Danke
Nele
Meine Füße
bernhard
, Donauwörth, Donnerstag, 01. Juli 2010, 19:01 (vor 66 Tagen) @ Nele
Hallo mich hats vor 5,5 Jahren erwischt Ich habe da eine Frage? Ist dein Gefühl in den Füßen so, als ob deine Fußsohlen verkrustet sind, besonders an den Zehenballen, und so als wenn irgendwas zwischen den Zehen steckt. Es ist schwer zu erklären aber bei mir ist es auch so. Mein Neurologe sagte das sind überstrahlende Nerven und da kann man nichts machen. Bin vor GBS im Sommer wie im Winter barfuß gelaufen, aber das geht nicht mehr. Habe mir vor 2 Wochen neue Schuhe für fast 100 € gekauft, aber ich kann darin nicht laufen. denn ich habe darin Schmerzen. Ich habe dann ein Medikament bekommen aber davon ging es mir gar nicht gut. Jetzt habe ich alte Schlapper an und das klappt ganz gut Viele Grüße
Meine Füße
Nele, Sonntag, 04. Juli 2010, 17:38 (vor 64 Tagen) @ bernhard
Hallo Bernhard,
danke für deine Antwort. Bei mir ist es so, als wäre meine Haut an den Füßen total dünn und ich würde mehr oder weniger auf den Kochen laufen (piekst und schmerzt und brennt). Besonders schlimm ist es außen an den großen Zehen, aber auch an den Ballen. Ich habe meinen Neurologen noch nie darauf angesprochen, müsste ich mal machen. Irgendwie bin ich nur froh überhaupt zu laufen
In Schuhen merke ich so gut wie nichts. Allerdings müssen es am Besten Turnschuhe sein - so mit richtig weicher Sohle.
Es wäre toll, wenn sich noch jemand findet, der das gleiche Problem hat und einen Tipp hat.
Liebe Grüße
Sabine
Meine Füße
Eckhard
, Lohmen, Montag, 05. Juli 2010, 09:02 (vor 63 Tagen) @ Nele
Hallo Nele,
mir scheinen Füße und Hände bei allen Betroffenen am längsten Probleme zu bereiten. Aber das ist bei der Krankheit nicht anders zu erwarten. Nach dem Verlust der gesunden Nervenleitung werden die der Wirbelsäule am weitesten entfernten Muskeln zuletzt wieder "zugeschaltet". Die Myolinschicht wächst ja nur ca. 1mm/Tag. Damit wirkt in den Extremitäten die Schädigung am längsten. Meine Füße haben auch das Problem der extremen Gefühlsempfindlichkeit. Barfuß geht am schlechtesten. Ich laufe in festem Schuhwerk plus Orthesen mit Rollator am besten. Die Fußsohlen haben offenbar noch immer nicht neue Muskelpartien entwickelt, so dass die auftretenden Schmerzen vom Druck auf die Knochen zustande kommen. Ich bin allerdings auch ein "schwerer Fall".
April 07 erkrankt - März 08 komplett bewegungsunfähig aus Reha entlassen. Inzwischen aber schon wieder am Rollator im "Gange". In einigen Gesprächskreisen konnte ich anderen Betroffenen durch meinen Optimismus etwas Kraft weitergeben. Ich hoffe, dass auch durch dieses Forum anderen Betroffenen Hoffnung auf stete Verbesserung gegeben wird. In diesem Sinne, liebe Grüße an alle.
Eckhard
Meine Füße
Melly
, Hamburg, Montag, 05. Juli 2010, 18:50 (vor 62 Tagen) @ Nele
hallo,
hab genau das selbe problem, hab vor 11 jahren das GBS bekommen und genau wie du 3 jahre rollstuhl und 1 jahr rolator hinter mir nur das ich bis jetzt kaum lange wege gehen kann. Meine füße sind auch so nur das mitlerweile alles verhärtet ist und ne med. fusspflege kommt die jedoch auch das gefühl mit mir übt. was allerdings schwer ist ohne heiß warm und schmerzgefühl. hoffe es geht bei dir wieder weg.
LG
Meine Füße
NavGear
, St. Wendel, Samstag, 24. Juli 2010, 21:50 (vor 43 Tagen) @ Melly
Hallo an alle,
mich hat das GBS 2008 heimgesucht, konnte mich nach einer Tetraparese (Ganzkörperlähmung), Intensivstation, Pflichtbeatmung etc. erstaunlicherweise schon nach 4 Monaten wieder bewegen, in kleinen Schritten ohne Hilfe laufen und hab mich regelrecht durchgekämpft. Täglich hing ich bei einem Physiotherapeuten (im Ort) im Kraftraum an den "Foltergeräten" und habe Schritt für Schritt und mühsam durch Krafttraining - wenn man dies überhaupt so nennen kann - die Muskeln wieder aufbauen können. Strecken, für welche ich sonst 5 Minuten zu Fuß brauchte, benötigte ich immerhin noch 1 STunde. Mittlerweile fahre ich wieder Auto und arbeite auch wieder. Was geblieben ist, sind eben die Schmerzen in den Unterschenkel und in den Füßen, insbesondere der linke Fuß gibt seine Quälereien nicht auf. Auch ich habe dabei gerade zwischen der großen Zehe einerseits ein taubes Gefühl, andererseits wieder als wenn ein Strick durchgezogen wird. Der Muskel über den Fußrücken ist leicht angeschwollen. Bei Kälte, auch wenn nur ein kühler Wind über den Fuß streicht, sind heftige Schmerzen vorhanden.
Was sagt der Neurologe: Das ist bei Nervenschädigungen so, da kann man nichts machen. Bisherige Medikamente helfen nicht (Lyrica, Garbamazepin etc.) bzw. mußte ich absetzen, um den Führerschein nicht zu gefährden.
Wie ich an den Beiträgen sehe, stehe ich mit dem Problem nicht alleine da. Offenbar muss man mit den Restbeschwerden leben.
Gruß
Meine Füße
kurt, Sonntag, 25. Juli 2010, 10:56 (vor 43 Tagen) @ NavGear
Ich bin vor 2 1/2 Jahren an GBS erkrankt.
Als ich vor 2 Jahren die Kliniken verlassen konnte kaufte ich mir Massageschuhe (gab es damals als Sonderangebot beim Rossmann) welche sehr gut !!! wirkten. Es handelt sich hierbei um Fleeceschuhe mit batteriebetriebenen Vibrator. Im Bett liegend habe ich diese täglich 15 Min. angewendet worauf sich die Schmerzen sofort verbesserten. Zusammen mit Lyrica für die Nervenschmerzen sind die Probleme mit den Füßen dadurch deutlich geringer geworden. Diese Massageschuhe haben sich auch bei Wadenkrämpfen bestens bewährt.
Zu hause gehe ich auf dem Teppichboden meist barfuß. Hierbei muß ich achtgeben wegen der Berüh-rungsempfindlichkeit der Füße nirgends anzustoßen. Feste Schuhe meide ich und verwende meist Sandalen mit Klettverschluß.
Innerhalb dieser 2 Jahre seit Krankenhausentlassung sind die restlichen Schmerzen so, daß ich mit Schmerzmittel damit leben kann. Die Gehfähigkeit ist deutlich gestiegen, vom unsicheren Gehen mit Rollator zum freien Gehen bis zu einigen Kilometern mit normaler Geschwindigkeit.
Viele Grüße
Kurt
