GBS schwerer Verlauf

Anke1702, Donnerstag, 14. Mai 2020, 11:34 (vor 129 Tagen)

Hallo zusammen,

mein Papa ist am 22.02. am GBS Syndrom erkrankt.
Er wurde mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert und über Nacht verschlechterte sich sein Zustand extrem. Er musste intubiert werden und wurde ins künstliche Koma gelegt.
Sein ganzer Körper ist gelähmt, nichts geht mehr.
Ca. eine Woche später hatte er zusätzlich noch einen Herzinfarkt und ihm wurden 2 Stents gesetzt.
Danach wurde er nicht mehr sediert und 2 Tage stand es sehr schlecht um ihn. Er wurde zusätzlich noch an eine Herz Lungen Maschine angeschlossen, da sein Herz zu schwach war.
Nach ein paar Tagen des Warten und Hoffen, war sein Herz wieder stark genug um seinen Körper eigenständig mit Blut zu versorgen und er wurde wieder von der Maschine entfernt.
Er lag dann einfach so da ohne irgendeine Reaktion zu zeigen.
Die ersten 2 Wochen waren wir ihn jeden Tag besuchen, haben ihn Sachen erzählt, Musik vorgespielt, seinen Körper eingecremt (er hat eine starke Schuppenflechte am fast ganzen Körper) und seine Füsse massiert. Wir haben ihn geknuddelt, gedrückt und gestreichelt und immer gehofft, dass er jeden Moment die Augen öffnet.
Ich und meine Schwester wohnen in der Schweiz und sind sofort nach Hause geflogen um unsere Mama zu unterstützen und um bei unserem Papa zu sein.
Leider mussten wir dann wieder zurück und dann kam Corona noch dazu.
Es hat sich sehr lange nichts getan und Papa hatte dann noch eine Magensonde gelegt bekommen und die Trachealkanüle wurde gesetzt.
Kurz vor Ostern kam der lang ersehnte Anruf........ Papa kommt langsam zu sich....
Er hat die Augen geöffnet, kann seine Daumen und Zehe leicht bewegen und auf Fragen antwortet er mit Kopf schütteln und nicken.
Auf die grosse Freude folgte dann wieder die Angst. Meine Mama durfte ihn für ca. 1 1/2 Wochen täglich besuchen.
Wir haben dann täglich über Whats App zusammen telefoniert, dass auch wir ihn sehen konnten.
Es war so schön ihn zu sehen und das er auf Fragen mit dem Kopf geschüttelt oder genickt hat aber es hat uns auch das Herz zerrissen unseren Papa so eingefallen, Hilflos und voller Angst zu sehen.
Die Entwöhnung vom Beatmungsgerät läuft mal gut und mal weniger.
Teilweise bekommt er Stimmungsaufheller, da die Ärzte sagen, dass er recht grosse Angst hat und Halluzinationen.
Am Anfang hatte er mehrmals Immunglobine bekommen, wobei keine Besserung erkennbar war.
Nach seinem Herzinfarkt bekam er dann bis jetzt ca. 5 Plasmapheresen. Ich denke das hat ihm etwas geholfen.
Seid Ostern hat sich bis jetzt leider nichts weiter bei ihm getan und wir warten wieder jeden Tag auf einen positiven Anruf.
Heute darf meine Mama ihn nach knapp 2 Wochen wiedersehen. Wir sind sehr gespannt und hoffen das sie uns etwas positives berichten kann.
Momentan befindet er sich in der Frühreha und bekommt die Notwendigen Therapien.
Es ist für uns eine ganz schlimme Zeit, denn Dank Corona kann meine Mutter ihm die so wichtigen Besuche nur eingeschränkt machen.
Mein Papa ist ein sehr lebenslustiger Mensch, der viel mit dem Fahrrad seine Runden dreht und zu jeder Situation den passenden Spruch auf den Lippen hat. Er lacht unheimlich gerne und ist für jeden Spass zu haben. Am 04.03. ist er 65 Jahre geworden und wir hoffen, dass wir ihm zu seinem 66 Geburtstag das Lied singen können: „mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.....“
Ich habe hier im Forum sehr viel nach gelesen, denn auch für uns war es eine Krankheit, von der wir noch nie etwas gehört hatten. Ich bin sehr froh, auf dieses Forum gestossen zu sein.
Das war jetzt eine kleine Zusammenfassung aus den letzten 12 Wochen, in denen wir immer versuchen den Mut nicht zu verlieren und unserem Papa bei jedem Wiedersehen gut zureden und für ihn da zu sein.
Meine Mama ist mit all dem ganz alleine, sie lebt in Meck Pom und alle 3 Kinder in der Schweiz. Ihre Verzweiflung wird jeden Tag grösser und im Moment können wir nicht bei unseren Eltern sein. Manchmal ist wäre eine einfache Umarmung das grösste......
Wer von Euch ist momentan als Angehöriger oder Betroffener in der selben Situation, damit man sich gegenseitig aufbauen und Erfahrungen auszutauschen kann?
Über jeden Kontakt bin ich sehr Dankbar und würde mich sehr freuen von Euch zu lesen.
Liebe Grüsse aus der Schweiz Anke

GBS schwerer Verlauf

Klaus., Donnerstag, 14. Mai 2020, 19:06 (vor 129 Tagen) @ Anke1702

Hallo Anke,

schlimm, die Situation.

Für den Vater, aber auch speziell für Deine Mutter. Ich hatte diese Krankheit auch, zum Glück nicht so schwer, nur Beine, Arme und Becken gelähmt, dabei sehr schlimme Schmerzen im ganzen Körper, am schlimmsten waren die Verspannungen im Rücken. Die hatten mich regelrecht durchgebogen...

Ich weiß auch, wie sehr die Angehörigen leiden. Ich konnte das in den Augen meiner Frau lesen.
Was mir aber wirklich geholfen hat, war die Zuversicht.
Als ich nach dem Ausbruch der Krankheit für wenige Tage noch die Tastaturen des Tablets bedienen konnte, habe ich mich eingelesen, und herausgefunden, dass doch sehr viele von den schlimm Betroffenen nach Monaten oder Jahren ins Leben zurückfinden.
Daraus entstand ein Optimismus, den ich mitnehmen konnte, als die Krankheit nach etlichen Tagen immer schlimmer wurde.

Dein Vater hatte diese Vorlaufzeit leider nicht, darum schreibe ich nun diese Zeilen.

Wenn Du weiterstöberst im Netz, dann stößt Du auf die Geschichten der Genesenen.
Erzähl das Deinem Vater, und mach ihm klar, dass es nicht hoffnungslos ist. Er wird es nicht gleich glauben, zuz hoch ist der Leidensdruck.

Allerdings ist es bei mir auch so gewesen, dass ich es in der schlimmen Zeit nicht mehr hören konnte, als man mir sagte: "Du bist stark, Du schaffst das", etc.

Um das zu glauben muss man das mit Fakten hinterlegen, sonst nervt es nur und der Angehörige erreicht das Gegenteil. Vielleicht denkst Du dran...

Erstaunlich war, wie mich jeder kleine Fortschritt motiviert hat. Auch wenn ich jetzt von manchen Leidgeprüften keinen Applaus bekommen werde, bin ich überzeugt, dass die Krankheit mich gestärkt hat. Ich habe etwas überstanden, was selten ist, und habe es geschafft. Es war auch die Erkenntnis, dass das bisherige Leben wertvoll war, und es auch sein wird, selbst wenn man etwas ramponiert raus kommt. Das stört weniger, es ist die Dankbarkeit und die Freude, dass man noch am Leben teilhaben kann. So manches wird nebensächlich, und relativiert sich. Das gibt innere Ruhe...

Ich wünsche Deinem Vater, Deiner Mutter und euch Zuversicht. Und die Geduld, die notwendig sein wird. Und Vorfreude auf eine Genesung, denn die Chancen sind in den meisten Fällen gut.

Klaus.

GBS schwerer Verlauf

Anke @, Donnerstag, 14. Mai 2020, 20:53 (vor 129 Tagen) @ Klaus.

Lieber Klaus,

vielen lieben Dank für deine positiven Zeilen, die mich weiterhin hoffen lassen.
Es ist sehr schön zu lesen, dass Du aus dem ganzen gesund und gestärkt raus gekommen bist und dein Leben von einer positiven und ganz anderen Seiten siehst.
Darf ich Fragen, wie lange es bei dir gedauert hat, bist Du nach deiner eigenen Zufriedenheit wieder voll und ganz am Leben teilhaben konntest?
Danke für den Tip, dass wir zu den guten Zusprüchen auch erwähnen das wir uns informiert haben und die Chancen auf Genesung gut stehen.

Meine Mama kam heute positiv gestimmt aus der Reha Klinik zurück. Sie hat uns Fotos von Papa geschickt und ich muss sagen, er sieht viel frischer und wacher aus als wie vor knapp 2 Wochen.
Er kann seine Schultern etwas bewegen und die Therapeutin sagt, dass er gut mit macht und auch Willen zeigt. Was er auch ganz gut kann, mit den Augen rollen, wenn ihm was nicht passt.
Zudem sind jegliche Berührungen für ihn unangenehm aber wohl aushaltbar, da er keine Tabletten dagegen haben möchte.
Dann haben wir noch die Info bekommen, das er nicht so gut hört und man sehr laut mit ihm reden muss. Kann das Hörvermögen auch durch die Krankheit beeinflusst sein?

Danke für Deine Wünsche, wir werden unser bestes geben unseren Papa zu unterstützen und hoffen weiterhin mit viel Geduld auf kleine Fortschritte.

GBS schwerer Verlauf

Klaus., Donnerstag, 14. Mai 2020, 22:41 (vor 129 Tagen) @ Anke

Hallo Anke,

die guten Nachrichten freuen mich.

Bei mir ging es nach 3-4 schweren Wochen sehr schnell aufwärts. Ich führe sehr viel auf die Immunadsorption zurück; (dies ist keine Plasmapherese).

Ich habe mich ständig gefordert wo es nur ging.
Dass das nötig ist, konnte ich am Beispiel eines Leidensgenossen sehen, der sich stark entmutigt eben nicht angestrengt hat. Er kam kaum weiter, was ihm in der Folge Depressionen einbrachte, und noch mehr Lethargie. Ein Teufelskreis.

Nach 2 Monaten war ein sauberer kontrollierter Gang möglich, die Ausdauer aber noch nicht wie vorher.

Ich konnte nach 3 Monaten wieder Ski fahren, auch Motorrad fahren ging bereits zum gleichen Zeitpunkt.

Ich war 4 Monate krank, und bin wieder voll im Berufsleben integriert.

Jetzt, 7 Monate später, habe ich immer noch teilweise taube Zehen, Kribbeln in den Händen und Unterarmen, und öfter Mal Schmerzen in den Beinen. Die Feinmotorik der Finger und Hände war früher auch besser. Interessant ist, dass das Empfinden jeden Tag anders ist. Mal besser, mal schlechter. Die Tendenz scheint aber in Richtung langsamer Besserung zu gehen.

Ob das Hörvermögen allgemein leidet, kann ich nicht beantworten.

Zu den Schmerzen: es gibt Meinungen, die eine Schmerzbehandluing befürworten. Es soll eine Gewöhnung des Körpers an die Schmerzen geben, und dann werden diese kronisch. Sie bleiben, obwohl die Ursache nicht mehr vorhanden ist.

Ich trainiere täglich an einer Seilzugmaschine, die ich mir bereits in der Reha bestellt hatte. Nach der Entlassung konnte ich also übergangslos weiter üben. Dies macht den Kopf frei und stimmt positiv.

Viel Glück euch allen!
Klaus.

GBS schwerer Verlauf

Albert, Donnerstag, 14. Mai 2020, 19:21 (vor 129 Tagen) @ Anke1702

Das ist sehr bitter, wenn man den Verlauf verfolgt. Es gibt Hoffnung, denn auch nach langer Plateau Phase erholen sich die meisten wieder, unabhängig vom jeweiligen Alter.

Kostenlose Erfahrungsberichte gibt es bei der Deutschen Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.

info@selbsthilfe-pnp.de

Die Berichte in Broschürenform sind sehr umfangreich 60 und 80 Seiten und geben Zuversicht.

VG
Albert

GBS schwerer Verlauf

Anke @, Donnerstag, 14. Mai 2020, 20:58 (vor 129 Tagen) @ Albert

Lieber Albert,

ja, diese Hoffnung haben wir, dass auch unser Papa sich wieder erholen wird.

Vielen Dank für die Info und den Kontakt, dass hört sich sehr interessant an mit den Erfahrungsberichten.
Ich werde gleich mal eine Email dorthin schreiben.


Lieber Gruss
Anke

GBS schwerer Verlauf

holger_w, Samstag, 16. Mai 2020, 01:45 (vor 128 Tagen) @ Anke1702

Hallo Anke,
hatte selbst GBS, war komplett gelähmt und künstlich beatmet. Die Angehörigen leiden wirklich extrem darunter und es verlangt allen sehr viel Kraft ab - umso schöner dass ihr euch intensiv für ihn einsetzt.
Vieles bei deinem Papa kommt mir bekannt vor, mir erging es ähnlich. Die große Wende kam nachdem ich meine Schultern wieder bewegen konnte - die Lähmungen begannen sich kopfabwärts wieder zurückzuziehen. Ich hoffe es ist bei ihm genauso.

Weiterhin alles Gute und viele Grüße
Holger

PS: Bei Interesse darfst du dich gerne bei mir melden, ich habe einen langen Bericht darüber geschrieben und halte im Raum Stuttgart Vorträge darüber vor angehenden Pflegern. Meine Email-Adresse lautet wohlfarthholger@web.de

GBS schwerer Verlauf

Anke @, Samstag, 16. Mai 2020, 20:50 (vor 127 Tagen) @ holger_w

Lieber Holger,

vielen Dank für Deine Nachricht, die mich sehr neugierig macht.
Ich schreibe Dich sehr gerne privat an um mehr über Dich und Deinen Verlauf zu erfahren.


Lieber Gruss
Anke

GBS schwerer Verlauf

Brigitte, Samstag, 16. Mai 2020, 14:51 (vor 127 Tagen) @ Anke1702

Hallo Anke,
ich kann verstehn wie es dir und deiner Mutter geht. Mein Mann hat auch seit Dezember 2019 das Guillain-Barre Syndrom. Er ist mit einer starken Schwäche im Krankenhaus aufgenommen worden und die Diagnose wurde innerhalb von einem halben Tag gestellt. Er wurde 5 Tage mit Immunglobinen behandelt. Ab dem 2. Tag konnte er sich gar nicht mehr bewegen und das Fortschreiten der Krankheit hörte kurz vor der Lunge am 4. Tag auf.
Nach leichter Besserung und nachdem er schon im Bett sitzen konnte bekam er einen Lungeninfarkt weil diese Immunglobine das Blut verdicken wurde uns gesagt.
Danach wurde er in ein anderes Krankenhaus verlegt zur Frühreha. Leider ist in Österreich der Aufenthalt in jedem Krankenhaus oder Reha auf Zeit beschränkt. Er war dann noch in einem anderen neurologischen Krankenhaus zu Frühreha. Zur Zeit ist er in einer Rehaanstalt.
Er fährt mit dem Rollstuhl und kann mit einem Rutschbrett allein aus dem Bett und mit etwas Hilfe kann er aufstehen. In den Händen hat er fast noch keine Kraft. Auf Grund von Covid 19 sind überall keine Besuche erlaubt und die Therapien auch etwas eingeschränkt.
Er hat jetzt noch 2 bis 3 Wochen Reha und wir wünschen uns, dass er zumindest allein aufstehen kann und vielleicht ein paar Schritte mit einem Rollmobil gehen kann.
Wie es dann zu Hause weitergeht wissen wir noch nicht, wir haben vorm Haus 7 Stufen.
Nachdem viele sagen dass die Krankheit heilbar ist und auch immer wieder kleine Besserungen merkbar sind können wir nur hoffen dass auch bei uns alles gut wird.
An manchen Tagen bin ich sehr verzweifelt und voller Angst vor der Zukunft darum kann ich euch gut verstehn.
Liebe Grüße
Brigitte

GBS schwerer Verlauf

Anke @, Samstag, 16. Mai 2020, 21:43 (vor 127 Tagen) @ Brigitte

Hallo Anke,
ich kann verstehn wie es dir und deiner Mutter geht. Mein Mann hat auch seit Dezember 2019 das Guillain-Barre Syndrom. Er ist mit einer starken Schwäche im Krankenhaus aufgenommen worden und die Diagnose wurde innerhalb von einem halben Tag gestellt. Er wurde 5 Tage mit Immunglobinen behandelt. Ab dem 2. Tag konnte er sich gar nicht mehr bewegen und das Fortschreiten der Krankheit hörte kurz vor der Lunge am 4. Tag auf.
Nach leichter Besserung und nachdem er schon im Bett sitzen konnte bekam er einen Lungeninfarkt weil diese Immunglobine das Blut verdicken wurde uns gesagt.
Danach wurde er in ein anderes Krankenhaus verlegt zur Frühreha. Leider ist in Österreich der Aufenthalt in jedem Krankenhaus oder Reha auf Zeit beschränkt. Er war dann noch in einem anderen neurologischen Krankenhaus zu Frühreha. Zur Zeit ist er in einer Rehaanstalt.
Er fährt mit dem Rollstuhl und kann mit einem Rutschbrett allein aus dem Bett und mit etwas Hilfe kann er aufstehen. In den Händen hat er fast noch keine Kraft. Auf Grund von Covid 19 sind überall keine Besuche erlaubt und die Therapien auch etwas eingeschränkt.
Er hat jetzt noch 2 bis 3 Wochen Reha und wir wünschen uns, dass er zumindest allein aufstehen kann und vielleicht ein paar Schritte mit einem Rollmobil gehen kann.
Wie es dann zu Hause weitergeht wissen wir noch nicht, wir haben vorm Haus 7 Stufen.
Nachdem viele sagen dass die Krankheit heilbar ist und auch immer wieder kleine Besserungen merkbar sind können wir nur hoffen dass auch bei uns alles gut wird.
An manchen Tagen bin ich sehr verzweifelt und voller Angst vor der Zukunft darum kann ich euch gut verstehn.
Liebe Grüße
Brigitte

Hallo Anke,
ich kann verstehn wie es dir und deiner Mutter geht. Mein Mann hat auch seit Dezember 2019 das Guillain-Barre Syndrom. Er ist mit einer starken Schwäche im Krankenhaus aufgenommen worden und die Diagnose wurde innerhalb von einem halben Tag gestellt. Er wurde 5 Tage mit Immunglobinen behandelt. Ab dem 2. Tag konnte er sich gar nicht mehr bewegen und das Fortschreiten der Krankheit hörte kurz vor der Lunge am 4. Tag auf.
Nach leichter Besserung und nachdem er schon im Bett sitzen konnte bekam er einen Lungeninfarkt weil diese Immunglobine das Blut verdicken wurde uns gesagt.
Danach wurde er in ein anderes Krankenhaus verlegt zur Frühreha. Leider ist in Österreich der Aufenthalt in jedem Krankenhaus oder Reha auf Zeit beschränkt. Er war dann noch in einem anderen neurologischen Krankenhaus zu Frühreha. Zur Zeit ist er in einer Rehaanstalt.
Er fährt mit dem Rollstuhl und kann mit einem Rutschbrett allein aus dem Bett und mit etwas Hilfe kann er aufstehen. In den Händen hat er fast noch keine Kraft. Auf Grund von Covid 19 sind überall keine Besuche erlaubt und die Therapien auch etwas eingeschränkt.
Er hat jetzt noch 2 bis 3 Wochen Reha und wir wünschen uns, dass er zumindest allein aufstehen kann und vielleicht ein paar Schritte mit einem Rollmobil gehen kann.
Wie es dann zu Hause weitergeht wissen wir noch nicht, wir haben vorm Haus 7 Stufen.
Nachdem viele sagen dass die Krankheit heilbar ist und auch immer wieder kleine Besserungen merkbar sind können wir nur hoffen dass auch bei uns alles gut wird.
An manchen Tagen bin ich sehr verzweifelt und voller Angst vor der Zukunft darum kann ich euch gut verstehn.
Liebe Grüße
Brigitte

Liebe Brigitte,

vielen Dank für Deine Nachricht und Mitgefühl.
Es ist schon traurig, wie schnell sich das Leben doch verändern kann.
Die Freude und Zuversicht wechselt sich sehr oft in Angst, weil niemand sagen kann, wie es weitergeht und was als nächstes passiert.
Aufgrund dessen, dass es doch sehr viele geschafft haben diese Krankheit zu überstehen, hoffen auch wir, dass unser Vater an diesem Glück teilhaben darf.Für Deinen Mann und allen anderen Betroffenen wünsche ich mir das auch von ganzem Herzen.
Es ist schön zu lesen, dass Dein Mann Fortschritte macht und das wird auch hoffentlich so weiter gehen.
Ist bei Euch in Österreich immer noch Besuchsverbot? Meinen Mutter darf seid Montag wieder für eine Stunde pro Tag zu Ihm. Leider ist die Reha so ungünstig gelegen, dass es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fast unmöglich ist ihn zu besuchen. Im Moment sind zum Glück Freunde und Verwandte für Sie da und fahren Sie regelmässig hin.
In Deutschland sind die Aufenthalte auch immer begrenzt. Meine Mutter musste auch schon sicherheitshalber ein Pflegeheimplatz für ihn suchen. Man meinte, dass wenn er keine Fortschritte mehr macht, muss er dort untergebracht werden. Dass wäre bei uns dann Ende Juni/Mitte Juli, einen genauen Termin haben wir noch nicht bekommen. Aber wir hoffen stark, dass es nicht soweit kommt.
Ich Drücke Deinem Mann ganz fest alle Daumen, dass er in den 2-3 Wochen sein Ziel erreichen wird.
Wenn du magst, können wir gerne in Kontakt bleiben? Ich würde mich sehr freuen.

Lieber Gruss
Anke

GBS schwerer Verlauf

Brigitte, Samstag, 23. Mai 2020, 10:15 (vor 120 Tagen) @ Anke

Liebe Anke,
ich hoffe es gibt Fortschritte bei deinem Vater. Wie geht es ihm? Gut dass ihn deine Mutter besuchen darf. Mein Mann und dein Vater sind fast gleich alt mein Mann ist 64 Jahre.
Er kann sich mit dem Händen auf den Armlehnen vom Rollstuhl hochstemmen und so aufstehen. Die Therapeuten sagen dass es so nicht richtig ist er sollte ohne hochstemmen aufstehen können das geht aber noch nicht. Gehversuche durfte er dort noch nicht machen. Im Haus dort ist auch Besuchsverbot, aber bei Schönwetter kann er mit dem Rollstuhl vors Haus fahren und wir treffen ihn dort in einem kleinen Park vorm Haus. Es sind aber auch 200 km zum Fahren selber hab ich
es noch nicht probiert es fahrt immer eine Tochter mit Partner darum fahren wir immer Sonntags. Ich wünsche deinem Vater alles Gute und würde mich freuen wenn du mir weiter berichtest.
Liebe Grüße
Brigitte

GBS schwerer Verlauf

Anke @, Mittwoch, 27. Mai 2020, 22:12 (vor 116 Tagen) @ Brigitte

Liebe Anke,
ich hoffe es gibt Fortschritte bei deinem Vater. Wie geht es ihm? Gut dass ihn deine Mutter besuchen darf. Mein Mann und dein Vater sind fast gleich alt mein Mann ist 64 Jahre.
Er kann sich mit dem Händen auf den Armlehnen vom Rollstuhl hochstemmen und so aufstehen. Die Therapeuten sagen dass es so nicht richtig ist er sollte ohne hochstemmen aufstehen können das geht aber noch nicht. Gehversuche durfte er dort noch nicht machen. Im Haus dort ist auch Besuchsverbot, aber bei Schönwetter kann er mit dem Rollstuhl vors Haus fahren und wir treffen ihn dort in einem kleinen Park vorm Haus. Es sind aber auch 200 km zum Fahren selber hab ich
es noch nicht probiert es fahrt immer eine Tochter mit Partner darum fahren wir immer Sonntags. Ich wünsche deinem Vater alles Gute und würde mich freuen wenn du mir weiter berichtest.
Liebe Grüße
Brigitte

Liebe Brigitte,

Danke, meinem Vater geht es soweit ok, es gibt viele schlechte Tage und zum Glück auch ein paar Gute. Sein Wille ist weiterhin stark und er gibt sein Bestes, soweit möglich.
Er wurde heute auf die Bettkante gesetzt und er kann seinen Kopf gut allein halten. Ansonsten gibt es leider keine Fortschritte.
Weisst Du denn schon wann Dein Mann entlassen werden soll und wie es bei euch zu Hause weitergeht?
Meine Mutter muss sich jetzt vorsorglich um einen Intensiv Pflegeplatz kümmern. Wenn sich in den nächsten 4 Wochen keine Fortschritte zeigen, muss er ins Pflegeheim. Sie hat in den nächsten Tagen ein paar Besichtigungen und dann werden wir sehen.
Oh je, 200 km ist ja schon eine ziemliche Strecke, zum Glück sind eure Töchter für euch da, dass freut mich sehr.
Ich werde meine Eltern hoffentlich im Juli wiedersehen und dann meine Mutter auch mit vollen Kräften unterstützen und meinem Vater so viel Zeit mit schönen Dingen wie nur möglich widmen.

Ich wünsche Deinem Mann weiterhin alles Gute und dir viel Kraft.

Lieber Gruss
Anke

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